Pfefferminztee und Nikotinpflaster

CN Drogen, Substanzen, Sucht, Entzug

Erster Tag in der Entgiftung

07.04.2021

Nachdem ich am Tag zuvor bereits einmal mit gepackten Taschen vor der Klinik stand, nur um zu erfahren, dass ich erst morgen (also heute, mit Veröffentlichung schlussendlich gestern) meinen Einweisungstermin habe, sollte es nun endlich soweit sein.

Kurz nachdem ich mich an der Rezeption angemeldet und mich von meiner Begleitung verabschiedet hatte, wurde ich zunächst zum Coronatest gebeten. Weil doppelt besser hält, erfolgte dieser sowohl mit Schnell- als auch mit PCR-Verfahren. Nach negativem Schnelltest und einigen grundlegenden körperlichen Untersuchungen (Blutdruck, Körpergewicht und -größe messen, sowie eine Urinprobe) ging es erstmal ins Quarantänezimmer.

Bis das Ergebnis des PCR-Tests feststeht, muss ich auch noch hier bleiben. Finde ich eigentlich super, immerhin hab ich meine Ruhe. Das einzig unangenehme daran ist, nicht rauchen zu können. Immerhin wurde mir nach einiger Zeit ein Nikotinpflaster aufgeklebt, meine Welt war wieder ein Stückchen näher an „in Ordnung“.

Zwischendurch kamen immer mal wieder Pflegekräfte und Ärzt*innen mit einer großen Kanne Pfefferminztee in mein Zimmer, um sich nach meinem Wohlbefinden zu erkundigen und mir Medikamente zu geben, die dabei helfen, den körperlichen Entzug weniger furchtbar zu gestalten.

Leider sah es an diesem Tag mit veganem Essen eher schlecht aus, aber glücklicherweise war ich auf diese Situation gut vorbereitet und konnte reichlich Vollkornbrot mit Zwiebelschmalz futtern.

Am Abend kam auch der Test negativ aus dem Labor zurück, wodurch mir freie Bewegung auf dem Klinikgelände ermöglicht wurde. Als ich die erste Zigarette seit elf Stunden im Aschenbecher verschwinden ließ, wurde ich nochmal zur Untersuchung meiner Vitalfunktionen gebeten und mit Medizin versorgt. Danach habe ich noch zwei Kapitel gelesen und schließlich meinen wohlverdienten Schlaf angetreten.

Der ganze Tag war eine ziemlich emotionale Achterbahnfahrt zwischen Neugier und Überforderung, Nervosität und Dankbarkeit. Auch wenn das alles ziemlich anstrengend war, hoffe ich mit meinen Berichten einen Einblick in die Suchttherapie bieten zu können und euch ein wenig die Angst vor solch einer Behandlung nehmen zu können.

Ich bin gespannt auf die nächsten Tage hier und besonders auf euer Feedback.

Jack

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