Liebe wen Du willst – Chronologie

„Liebe wen Du willst“ e.V. ist ein gemeinnütziger, eingetragener Verein aus Berlin, der sich Bekämpfung von Diskriminierung, Homophobie, Mobbing und Gewalt auf die Fahne geschrieben hat. Seit 19.01.2022 gibt es mehrere Berichte auf social media, die an diesen Zielen zweifeln lassen.
Ich berichte chronologisch. Gleichzeitig, und vorweg: Ich kann aufgrund meiner Behinderung keine Videos sehen, bin also auf Transkripte angewiesen. Sollte es da zu Fehlern gekommen sein, weist mich bitte darauf hin! Gelöschte Videos liegen als gespeicherte Dateien vor bzw. sind über eingebettete Videos Dritter nachzuvollziehen.

Zeitangaben der Chronologie sind nach MEZ (Berlin). Mindestens eine beteiligte Person befindet sich gerade in den USA, somit kann es zu Überschneidungen bezüglich der Zeitangaben kommen.

Ergänzungen werden fett markiert.

13.01.2022

der TikToker diemxoo macht ein Video über Xier/Xiem Pronomen. 

16.01.2022

Liebe wen Du Willst greift das Video auf, macht den „Witz“ „Xier, Xiem, Xylophon, hä?!“ und bezeichnet im laufenden Video Neopronomen als „Bullshit“ und „schädlich“. (Video gelöscht.) Es kommen neben Steven, dem 37-jährigen Gründer von „Liebe wen Du willst“ auch zwei (junge) trans maskuline Personen zu Wort. Beide bekräftigen, dass sie „Xier/Xiem“-Pronomen nicht verstehen würden bzw. unsinnig fänden.

17.01.2022

die TikTokerin frauloewenherz.de berichtet über den Verein „Liebe wen Du willst“ und das (missglückte) Pronomenvideo. Zusätzlich macht sie darauf aufmerksam, dass der 37-jährige Steve und der 18-jährige Jaron ein Paar seien (beide sind im Vorstand des Vereins).
Jaron ist ebenfalls im Pronomenvideo zu sehen. Jaron wurde im Dezember 2021 volljährig. Die ersten Beziehungsfotos der beiden sind aus Sommer/Herbst 2021
– ca. drei Monate vor Jarons 18. Geburtstag. 

frauloewenherz.de kritisiert das fehlende, pädagogische Konzept und den nicht vorhandenen, akademischen Hintergrund bei „Liebe wen Du willst“. Die Notfall-Intervention würde von einem 17-jährigen geleitet. Die WhatsApp Gruppen (bei denen Name, Foto, Geburtsdatum, Wohnort und geschlechtliche/sexuelle Orientierung angegeben werden müssen) wären – rein hypothetisch – eine perfekte Grooming-Plattform. Sensible, persönliche Daten von vulnerablen Jugendlichen würden ungesichert in unbekannte Hände gegeben werden.

Auch fehlende Intersektionalität wird angesprochen und das Team als „größtenteils weiß“ bezeichnet. Die Tatsache, dass das Team seit 2019 immer weiter schrumpft, wird als besorgniserregend kommuniziert.

Lars Tönsfeuerborn kritisiert das Pronomenvideo von „Liebe wen Du willst“ auf Instagram und sieht ein größeres Problem: Kritkunfähigkeit, Diskriminierung, Gefährdung von Jugendlichen.

18.01.2022

Der TikToker MarcioTheSinger meldet sich zu Wort. Er versucht seit Oktober 2021, ein Video von sich auf dem YouTube Kanal von „Liebe wen Du willst“ entfernen zu lassen. Der Verein weigert sich jedoch.

Auf Twitter ensteht ein Thread von @Ap_Saegge, der in den nächsten Tagen regelmäßig ergänzt wird.

19.01.2022

Das Vorstandsmitglied Vivien S. (auf TikTok @mrs.burnout) lädt ein zweiteiliges Video hoch, das mit „Rufmord“ übertitelt ist. Darin wird das fehlende, pädagogische Konzept und die nicht vorhandene akademische Ausbildung bestätigt. Gleichzeitig wird sich mit „Erfahrung“ und „logischem Denken“ verteidigt. Beides wäre viel wichtiger als eine entsprechende Ausbildung.

 Der 17-jährige Leiter der Krisen-Intervention, Tom, wird als „reif wie ein 30-jähriger“ bezeichnet. Als Beweis wird angeführt, dass er, selbst als er wegen Krebs und Chemotherapie „in Lebensgefahr“ geschwebt hätte, noch Privatnachrichten Hilfesuchender beantwortet hatte. 

Außerdem sagt sie, Jaron hätte Steve die Liebe gestanden, somit sei es kein Grooming. Darüber hinaus wären die beiden mittlerweile zusammengezogen. Missbrauch ist ausgeschlossen. 
Vivien S. teilt mit, Liebe wen Du willst hätte frauloewenherz.de wegen Rufmord angezeigt. (Video gelöscht.)

Die Kritik am weißen Team wird mit „Was soll das? Rassismus gegen Weiße? Haben wir etwa zu Dingen keine Ahnung, weil wir weiß sind?!“ abgetan.

„Liebe wen Du willst“ teilt ein Statement zum Pronomenvideo und entschuldigt sich, kündigt aber direkt an, eine Pro-Contra-Diskussion über Pronomen und Neopronomen durchführen zu wollen. (Video gelöscht.)

Sven Lehmann, Queerbeauftragter der Bundesregierung, warnt auf Twitter vor dem Verein „Liebe wen Du willst“ und rät Menschen in akuten Krisensituationen und Ratsuchenden, andere, offizielle Stellen aufzusuchen. 

Minzgespinst beginnt mit der Recherche, redaktionell durch IT unterstützt. Die IT merkt an, dass da Dinge fishy sind und startet sie mit der Analyse der Datenschutzerklärung (Unterstützung durch weitere Organisation in dem Bereich angefragt).

Unmut Özdemir äußert sich und sagt, er hätte bereits 2020 die vorhandenen Strukturen scharf kritisiert und wäre daraufhin geblockt und aus den Gruppen ausgeschlossen worden.

20.01.2022

Die Berliner Polizei teilt mir auf Nachfrage mit, es hätte seit 2020 keine Zusammenarbeit mit Liebe wen Du willst gegeben und niemals eine Kooperation im Sinne einer Kooperationsvereinbarung bestanden. LSVD Deutschland distanziert sich und negiert die Existenz einer Kooperation. 

Eine Presseanfrage an den Berliner Senat wird gestellt, inwiefern die Nummern auf der Seite von Liebe wen Du willst offizielle Notrufnummern seien und somit die Drohung eines Strafverfahrens nach § 145 StGB bei Missbrauch der Nummer berechtigt. Zitat:

Hinweise:
Unser Engagement richtet sich an Betroffene von Hasskriminalität, Opfer von Sexualstraftaten, suizidgefährdeten Personen. Der Missbrauch unserer Arbeit ist gemäß § 145 StGB strafbar und wird ohne Ausnahme strafrechtlich verfolgt.“

Liebe wen Du willst – Kontakt

Presseanfrage zur Kooperation / Kooperationsangebot an TikTok geht raus, um zu hinterfragen, wieso eine offizielle Kooperation mit TikTok bestand.

Livestream von „Liebe wen Du willst“, in dem u.A. der Satz fällt „theoretisch (würde ich natürlich nie tun, wäre ja krank), aber theoretisch könnte ich auch mit einem neunjährigen Mädchen in einer Beziehung sein. Ich dürfte sie nur niemals anfassen.“ Bezogen ist der Satz darauf, dass zwischen Beziehungen und sexuellen Handlungen unterschieden werden müsse. Nur sexuelle Handlungen seien strafbar. „Und diese ganzen Klugscheißer wollen mir jetzt mitteilen, dass sie neben mir im Bett lagen, wo ich mit Jaron was hatte?!“

21.01.2022

Ich suche auf archive.org nach bisherigen Kooperationen von „Liebe wen Du willst“ und frage nach, inwiefern diese Kooperation tatsächlich bestanden hätte und ob sie fortgesetzt werden würden. Einige der genannten Kooperationen sind bezüglich Jugendschutz besorgniserregend (z.B. eine Erotikmesse oder eine Datingseite für Erwachsene). 

„Liebe wen Du willst“ veröffentlicht ein Statement, indem sie mitteilen, dass sie frauloewenherz.de, QueerBILD, Sven Lehmann und Mental.Health.Mariam angezeigt hätten. Darüber hinaus wird auf die Kooperation mit der Polizei Berlin eingegangen: „Die Zustimmung für die Wort- und Bildmarke der Polizei Berlin wurde im August 2020 schriftlich erteilt!“ „So hat der Leiter des LKA535 unsere Arbeit und die Zusammenarbeit noch im Mai 2020 schriftlich gelobt, eine Aufhebung der Zusammenarbeit hat bis zum Shitstorm zu keinem Zeitpunkt stattgefunden!“

Das Statement sagt, dass alle Unterstützenden und Kooperationen ausdrücklich zugestimmt hätten und der Verein nichts ohne Erlaubnis veröffentlichen würde. (Dem widerspricht das Statement vom 18.01.2022)
Die Wort-Bild-Marke der Polizei Berlin wurde unvollständig von der Seite entfernt. Die Wort-Bild-Marken anderer Unterstützender und Kooperationen wurden vollständig entfernt.

TikTok bietet Minzgespinst Telefonat an (vrstl. Mo/Di) B. übernimmt Gespräch. 

22.01.2022

Ich warte auf Antwort über die Kooperationen. Ein interviewter Sozialarbeiter (Name ist der Redaktion bekannt) bezeichnet die Beziehung zwischen Steve und Jaron als „mindestens unprofessionell“. Eine solche Konstellation sei in der Arbeit mit Jugendlichen zwingend zu vermeiden. Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei in Krisensituationen sei problematisch. „Die Polizei ist leider in den meisten Fällen nicht für suizidale, queere Jugendliche ausgebildet. Hier sollte der Rettungsdienst die erste Wahl sein.“. 

Fotos von der Gründungsadresse und der Impressumsanschrift mit Klingelschildern zeigen weder Vereinsnamen noch den Nachnamen des Vorsitzenden.

Statement von Jaron bei @mrs.burnout auf TikTok. Er sagt, er ist glücklich und niemand hat das Recht, seine Beziehung zu beurteilen.

23.01.2022

fraulowenherz.de veröffentlicht ein Video mit einem Zusammenschnitt von Vivien S. und sich, in einem reaction-Format. (Zusammenschnitte, die dann einen Dialog ergeben.) Implizit wird der Umgang von Vivien S. und „Liebe wen Du willst“ mit Kritik kritisiert. In dem Video geht es ausschließlich um den Umgang mit Neopronomen.

Auf Twitter veröffentlicht CaptainLala_ eine Zusammenfassung und Einordnung des neuesten Videos von „Liebe wen Du willst“. Der Verein hat das Video eines 15-jährigen Fans mit Körperbehinderung veröffentlicht. In diesem verteidigt sie den Verein und bittet um Nachsicht. CaptainLala_ kritisiert, dass „Liebe wen Du willst“ Kinder ihre Kämpfe führen lässt. Dieser Fan sei dadurch dem Hate ausgesetzt.

Der Verein verändert mehrmals am Tag Aussagen auf seiner Website. Zuerst sind es vier Gruppen auf WhatsApp, dann drei. Auch die Aussagen über „Beratung“ schwanken. Unter „Vorfall melden“ könnte es das Angebot einer Rechtsberatung geben.

Livestream von official.404 und sonix187 auf Instagram. „Liebe wen Du willst“ werden zugeschaltet.

Liebe wen Du willst veröffentlich auf Instagram ein weiteres Statement.

24.01.2022

Ich erhalte die ersten Antworten auf die Presseanfragen. Liste der Anworten folgt ganz unten.

Ein polizeiliches Führungszeugnis wird gepostet. Der Account official.404 erhebt in seiner Story schwere Vorwürfe. Gleicher Account fiel in der Vergangenheit durch eher antifeministische Aussagen auf.

25.01.2022

Steve ist seit 21.04.2021 bzw. 31.08.2021 laut Facebook-Profil verlobt. Unklar, mit wem.

Minzgespinst bekommt Antwort auf die Anfrage bei der Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport. Wir dürfen die Sprecherin Sylvia Schwab zitieren: „Notrufverbindungen im Sinne der Notrufverordnung (NotrufV) sich Verbindungen, die entweder durch die Wahl der europaeinheitlichen Notrufnummer 112 oder der zusätzlichen nationalen Notrufnummer 110 eingeleitet werden (§ 164 Abs. 1 Satz 1 Telekommunikationsgesetz – TKG). Die Entgegennahme von Notrufen erfolgt danach ausschließlich von der zuständigen Notrufabfragestelle (2 Nummer 2 NotrufV). Zuständig in Berlin sind die Berliner Feuerwehr bzw. die Polizei Berlin. Die Verwaltung der Notrufanschlüsse obliegt der Bundesnetzagentur.

Davon zu unterscheiden ist die Frage einer etwaigen Strafbarkeit nach § 145 Strafgesetzbuch (StGB). Danach macht sich strafbar, wer absichtlich oder wissentlich Notrufe oder Notzeichen missbraucht. Diese Voraussetzungen sind bei der missbräuchlichen Verwendung von 110 und 112 erfüllt.

Als „Notrufe“ im strafrechtliche Sinne kann aber jede akustische oder optisch wahrnehmbare Bekundung in Betracht kommen, die auf das Vorhandensein einer (vermeintlichen) Not- oder Gefahrenlage und die Notwendigkeit fremder Hilfe aufmerksam macht (vgl. Schönke/Schröder/Sternberg-Lieben, 30. Aufl. 2019, StGB § 145 Rn. 4). Es bedarf also nicht zwangsläufig eines Anrufs bei den Notrufnummern 110/112. Ob die Voraussetzungen im Einzelfall erfüllt sind, prüft – ggfs. nach entsprechender Anzeige – die zuständige Strafverfolgungsbehörde.“

Es ist nicht ersichtlich, ob die „Notrufnummern“ von „Liebe wen Du willst“ tatsächlich Notrufnummern sind, da sie auch als Kontakt-Nummer für Presseanfragen, in der Satzung und im Impressum angegeben werden. (Screenshots liegen vor.)

26.01.2022

Die Website von „Liebe wen Du willst“ ist offline. Später postet „Liebe wen Du wilst“ Stories über einen „Hacker-Angriff“.

Auf Twitter entstehen die ersten Gerüchte. Es wird vermutet, official.404 könnte hinter dem Hack stecken. 404 bestätigt diese Gerüchte bis jetzt nicht.

„Liebe wen Du willst“ (genauer: mrs.burnout aka Vivien S.) kündigt ein Statement an.

Ap_Saegge macht auf negative Reviews bezüglich der Arbeitsbedingungen aufmerksam. Sie stammen aus der Zeit vor der massiven Kritik – im Gegensatz zu den google reviews, die eher auf Shitstorm-Bombing zurückzuführen sind.

Es wird der Verdacht geäußert, Follower könnten gekauft worden sein. Auffällig viele kyrillische Namen für eine rein deutschsprachige Organisation.

Ältere Beiträge (September 2021) von „Liebe wen Du willst“ werden kritisiert. Steve bezeichnet u.A. geschlechterneutrale Sprache als „schädlich“. Im gleichen Livestream ist wohl ein (minderjähriger?) Junge allein in Steves Wohnung. Gegen Ende bezeichnet Steve“divers“ als „Geschlecht“ für Menschen „die noch nicht wissen, in welche Richtung es für sie geht“. (Anmerkung der Redaktion: Das ist falsch. „Divers“ ist ein Geschlechtseintrag, einer von vier rechtlichen Einträgen in Deutschland. Es ist eine juristische Kategorie. Geschlecht ist vielfältig, hierfür bitte zum queer-lexikon gehen.)

27.01.2022

Beiträge und Videos von „Liebe wen Du willst“ auf Instagram werden gelöscht.

Der Freitag berichtet über den Fall „Liebe wen Du willst“. Leider wird @frauloewenherz.de nicht erwähnt.

28.01.2022

Der Beitrag zu geschlechterneutraler Sprache ist gelöscht. Hier eine Sicherung. Auch das Statement vom 23.01.2022 ist gelöscht. Hier eine Sicherung.

29.01.2022

Der Instagram-Account von „Liebe wen Du willst“ wurde (angeblich durch 404) gehackt und Material, das Steve der sexuellen Handlungen mit Minderjährigen beschuldigt, hochgeladen. Innerhalb von Sekunden sind jedoch entsprechende Beiträge gelöscht.

Das Transkript eines erschütternden Videos taucht auf, in dem Steve immer wieder einen Jugendlichen angreift und sich hinterher als „Opfer“ des Jugendlichen darstellt. CN Gewalt, Gaslighting, Ableismus

„Liebe wen Du willst“ postet eine ableistische Story und benutzt das Stigma über Borderline gegen Betroffene.

Das Hacking der Seite geht weiter. mrs.burnout/Vivien S. verurteilt die Angriffe.

30.01.2022

404 „kritisiert“ Minzgespinst auf Instagram, wir haben die entsprechenden Passagen angepasst. Uns wird gedroht, wir würden „aus dem Weg geräumt werden, wie alle anderen“ (wenn wir unseren Job nicht so machen würden, wie 404 das erwartet. Andererseits seien wir keine Journalist_innen, sondern nur Wannabe-Journalist_innen). 404 misgendert uns.

CaptainLala_ kündigt einen Exkurs bezüglich eines Chat-Protokolls von „Liebe wen Du willst“ und Steve an.

31.01.2022

Auf „Volksverpetzer“ erscheint ein Beitrag zu „Liebe wen Du willst“.

Wir werden in Privatnachrichten von Einelpersonen für unsere Berichterstattung scharf kritisiert.

01.02.2022

Frau Loewenherz und Lars Tönsfeuerborn veröffentlichen ein gemeinsames Statement und kündigen
eine intensive, saubere Recherche an.

04.02.2022

Drama Detective“ auf YouTube hat ein Update zu „Liebe wen Du willst“.

14.02.2022

Von „Liebe wen Du willst“ und „Mrs._Burnout“ gab es in den letzten Wochen mehrere Statements, die innerhalb kürzester Zeit wieder gelöscht waren. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, diese nicht mehr mit aufzunehmen, bis ein finales Statement zustandekommt.

Organisationen und Firmen:

gay.parship

Sie stimmten 2019 einmalig zu, als Unterstützende auf der Website aufgeführt zu werden. Sie sahen das Anliegen der Organisation als grundsätzlich sinnvoll. „Mit Blick auf die aktuellen Äußerungen fehlt dafür aber jegliche Basis. Parship steht für einen diskriminierungsfreien und weltoffenen Umgang, unabhängig von sexueller Identität und Orientierung. Daher haben wir den Verein bereits darum gebeten, unsere Logos zu entfernen.“ Es gab und gibt keine Zusammenarbeit zwischen parship und „Liebe wen Du willst“.

100% Mensch:

Hatte vor mehreren Jahren mal eine kurze Kooperation mit LWDW. Hat diese schnell wieder beendet. Logo blieb dennoch. Veröffentlichte jedoch ein Statement.

Spreadshirt:

Hatte 2019 ein Produkt-Sponsoring für den Verein. „Dabei wurde Teamwear in Form von T-Shirts und Turnbeuteln zur Verfügung gestellt. Desweiteren betreibt der Verein über Spreadshop einen Online-Shop. Ob dieser gegen unsere Community-Standards verstößt, ist gerade in der Prüfung.“

LSVD Berlin-Brandenburg:

distanziert sich vom Verein LWDW. Bekräftigt die Unterstützung von nichtbinären Personen. Korrekte Ansprache gehöre dazu. „Wir wurden auf der Webseite von „Liebe wen Du willst“ als Partner genannt. Nachdem wir die Veröffentlichungen von „Liebe wen Du willst“ geprüft haben, haben wir umgehend die Entfernung unseres Logos von der Webseite des Vereins veranlasst. Gegenüber dem Vorstand von „Liebe wen Du Willst“ haben wir unser Missfallen zum Ausdruck gebracht und deutlich gemacht, dass wir nicht mehr für eine Zusammenarbeit zur Verfügung stehen.“

innocent:

„Im Jahr 2019 wurden wir vom Verein diverse Male gebeten, unsere Reichweite für Projekte des Vereins zur Verfügung zu stellen und Aktionen des Vereins finanziell zu unterstützen.“ Innocent lehnte ab. Sie machen grundsätzlich kein finanzielles Sponsoring. „Nach den Hinweisen der User:innen haben wir den Verein gebeten, uns von der Liste der offiziellen Partner zu nehmen, da es ja keinerlei substanzielle Zusammenarbeit oder Unterstützung in den letzten Jahren gegeben hat. Und nur wegen eines kleine Getränke-Sponsorings gleich dauerhaft als offizieller Partner genannt zu werden, dafür sind wir viel zu schüchtern und bescheiden. Dieser Bitte wurde von Seiten des Vereins auch prompt Folge geleistet.“

Venus Berlin:

Bestätigt eine Instagram-Kommunikation im Jahr 2019. Kann keinerlei Absprachen oder Kooperationen nachvollziehen. Möchte nicht hundertprozentig ausschließen, dass es Absprachen gab, hat aber keine Dokumente/Unterlagen darüber.

Fairtrade Deutschland

Fairtrade Deutschland ist der Verein „Liebe wen Du willst“ nicht bekannt.

Einzelpersonen:

Electra Pain:

„Es bestand tatsächlich eine offizielle Kooperation mit „Liebe wen du willst“ und die Nutzungserlaubnis meiner Wort-Bild-Marke. Die Kooperation bestand lediglich darin, dass ich ab und zu etwas von LWDW in meiner Story geteilt habe. Außerdem war ich mal über deren Kanal live und habe über LGBT-Themen geredet. Das ist alles aber schon etwas her. Ich habe die Zusammenarbeit sofort beendet nachdem ich gesehen hatte, dass sie sich in einem Video über Pronomen für non-binary Personen lustig gemacht haben. Das hat mich sehr geschockt und enttäuscht. Ich habe außerdem verlangt, dass alle Fotos von mir von deren Seiten genommen werden.“

Jurassica Parka:

Sie distanziert sich ausdrücklich von der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins und sieht sich nicht als Unterstützerin.

Hape Kerkeling:

Unterstützt diese Organisation nicht mehr.

1 Kommentar

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[…] Der Verein „Liebe wen du willst“ nennt sich selbst „gemeinnützige Organisation zur Bekämpfung von Hasskriminalität“ und richtet sich auf Social Media gezielt an queere Jugendliche. Mit einer „Notfallnummer“ und einer WhatsApp-Gruppe wird Jugendlichen Beratung und Hilfe angeboten. Das ist prinzipiell eine gute und wichtige Sache. Allerdings steckt hinter dem Verein keinesfalls ein professionelles Team von Sozialarbeiter*innen oder Psycholog*innen sondern Steve H., nach eigenen Angaben „Manager“ bei REWE und sein Team, in dem sie nach eigener Aussage „Notfallseelsorger, Personen aus dem Rettungsdienst, angehende Erzieher, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie einen ehemaligen Assistenten der Geschäftsführung eines großen sozialen Konzerns haben“. Ein weiteres Vorstandsmitglied des Vereins, Jaron, ist gerade 18 Jahre alt geworden und in einer Liebesbeziehung mit Steve H., 37. In einem Livestream, den die Tiktokerin und Instagramerin „Frau Loewenherz“ mitgeschnitten hat, lud Steve H. einen mutmaßlich Minderjährigen zu sich nach Hause ein. Der Verein hat die meisten Inhalte seiner Webseite entfernt. Im Webarchiv kann man jedoch problemlos die Darstellung des Teams vor dem „Shitstorm“ aufrufen, mit Ausnahme von Steve H., Vivi S. und Michaela, werden dort nur junge Männer aufgeführt. Tom M., der laut Webseite die „Leitung Notfall- und Krisenmanagement“ innehat, ist seinem Instagram-Account zufolge 17 Jahre alt. Angefangen hatte der „Shitstorm“, nachdem der Verein ein Video hochgeladen hatte, in dem sich Steve H. über die Verwendung von Neopronomen lustig machte. Dafür wurde „Liebe wen du willst“ heftig kritisiert, was dazu führte, dass Steve H. und Vivi S. sich in einem Livestream Dosenbier trinkend nicht-binäre Menschen verlachten und beleidigten. Dem Video von „Frau Löwenherz“ folgte ein längeres Videostatement des Podcasters Lars Tönsfeuerborn, der darin die Vorwürfe gegen „Liebe wen du willst“ zusammenfasst und auch Ausschnitte aus besagtem Livestream zeigte. Auch der Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, schaltete sich wenig später ein und warnte auf Twitter ausdrücklich vor dem Verein. (Angebliche) Partner, die „Liebe wen du willst“ auf der Webseite nannte, distanzierten sich oder gaben an, eine Zusammenarbeit hätte nie bestanden. Eine sehr detaillierte Chronologie der Ereignisse gibt es auch bei der queeren Bildungsinitiative Mi…. […]

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