Glossar

Hier ein kurzes Glossar für Fachbegriffe, die ich vor allem im Kontext Autismus, Awareness und trans verwende. Alphabetisch geordnet. Falls euch Begriffe fehlen, bitte mitteilen!

Autismus

Overload: Eine Reizüberflutung, die durch die Reizverarbeitungsschwäche bei Autist_innen häufiger vorkommt, weil wir sensibler auf sensorische (und zum Teil auch emotionale) Reize reagieren. Im Overload wird die Reaktionszeit länger, wir sind weniger leistungsfähig und bräuchten eigentlich eine reizarme Umgebung, um uns zu regenerieren.

Reizverarbeitungsschwäche: Autist_innen nehmen Reize anders wahr als neurotypische Menschen. Ich nehme beispielsweise sanfte Berührungen (streicheln) als unangenehm bis schmerzhaft wahr, während ich tätowiert werden als entspannend bis leicht unangenehm empfinde. Das gilt sowohl für sensorische Reize, als auch für emotionale Reize. (Deshalb kann ich Menschen auch nicht in die Augen schauen. Da prasseln zu viele Informationen auf mich ein, die ich nicht verarbeiten kann.)

neurodivers: Menschen, die nicht neurotypisch sind.

neurotypisch: Menschen, die nicht auf dem Autismus/ADHS-Spektrum liegen bzw. keine neurologische Auffälligkeit (Dyskalkulie, Dyslexie, Tourette, etc.) haben

Awareness

DefMa: Kurzform für „Definitionsmacht“; ein Konzept, das Betroffenen von übergriffigen Verhalten die alleinige Beurteilung von Situationen als „übergriffig“ überlässt. Entwickelt aus linksradikalen Methoden zum Umgang mit sexualisierter Gewalt, um sich von der bürgerlichen Gesetzgebung unabhängig zu machen.

Konsens: Alle Beteiligten einer Handlung haben dieser implizit oder explizit zugestimmt. Dabei muss Konsensfähigkeit vorhanden sein.

Konsensfähigkeit: Eine Person muss in der Lage sein, die Auswirkungen ihrer Entscheidungen überblicken zu können. Substanzen oder psychische Ausnahmesituationen können die Konsensfähigkeit negativ beeinträchtigen.

männlich gelesen: Fremdbezeichnung einer Person als „männlich“. Soll deutlich machen, dass die Zuordnung von außen kommt und nichts über das Geschlecht der Person aussagt.

Tone Policing: Anstatt Kritik anzunehmen und auf den Inhalt der Kritik einzugehen, wird der Tonfall der Kritiker_innen (z.B. wenn sie wütend sind) kritisiert. Eine Methode, um Kritik nur in den Kritisierten genehmen Formen annehmen zu müssen. Wird vor allem gegenüber marginalisierten Gruppen angewandt.

weiblich gelesen: Fremdbezeichnung einer Person als „weiblich“. Soll deutlich machen, dass die Zuordnung von außen kommt und nichts über das Geschlecht der Person aussagt.

Trans (für ein sehr gutes Glossar bitte das queer-lexikon verwenden)

AFAB: Assigned female at birth (bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet.)

AMAB: Assigned male at birth (bei der Geburt dem männlichen Geschlecht zugeordnet.)

cis: Das Geschlecht sein, das bei der Geburt zugeordnet wurde.

HRT: Hormonersatztherapie (medikamentöse Einstellung mit den passenden Hormonen)

trans: Nicht das Geschlecht sein, das bei der Geburt zugeordnet wurde.

Transfeindlichkeit: Abwertung von trans Personen, weil sie trans sind. (Die Kurzfassung.)

Transmisogynie: Eine bestimmte Form der Transfeindlichkeit, die nur transfeminine Personen betrifft.