Öffnet in einem neuen Tab

Klassismus-Gruppentreffen

...deine Armut kotzt dich an.

Für Betroffene und Allys im Bereich Klassismus, Klasse und Armut.

Preis

Diese Leistung stellen wir dir kostenfrei zur Vefügung!

Nächster Termin:

Beginn: 21.10.2026 um 17:00 Uhr

Ende: 21.10.2026 um 18:30 Uhr

Inhalt

Queere Räume sind mittlerweile sensibler für Themen wie Behinderung und Neurodivergenz. Klassismus fällt als Thema oft hinten runter, wird nicht mitgedacht oder besprochen. Dabei betrifft uns Klassismus als mehrfach marginalisierte Personen umso mehr. Denn wer hat überhaupt Zugang zu welchen Räumen? Wer kann sich regelmäßige, queere Bar-Abende leisten? Wer hat einen Studiumsabschluss, wer nicht? Wer wohnt in Wohnung, WG oder aus Kostengründen auf dem Land? Wer kann sich eine medizinische Transition leisten? Und im Bereich Neurodivergenz: Was tun, wenn die Selbstzahlung keine Option ist? Wenn Hilfen immer auch von Geld abhängen oder davon, die Anträge korrekt ausfüllen zu können?

Was ist Klassismus?

Klassismus (auch Klassenungerechtigkeit, Klassenhass) bezeichnet die Benachteiligung von Menschen aufgrund einer (angenommenen) sozialen oder ökonomischen Herkunft bzw. Position. Es ist ein akademischer Begriff. Vereinfacht ausgedrückt: Wer wenig Zugang zu Bildung, zu den “richtigen” Leuten oder zu Geld hat, wird abgewertet. Klassismus sorgt für schlechteren Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung, Wohnraum und sozialen Aktivitäten sowie Teilhabe an der Gesellschaft. Es wird zwar immer wieder gesagt, man müsse sich nur anstrengen und dann könne man “alles” schaffen, das ist allerdings nachweislich widerlegt.

Dabei spielen auch familiäre Faktoren eine Rolle: Ähnlich wie finanzieller Reichtum vererben sich auch verschlossene Zugänge. Darüber hinaus geht es um Verhaltensweisen und sogenannten “Habitus”, der sich über Sprache, Kleidung, Interessen und soziale Normen darstellt. Klingt auch sehr abstrakt?

Vielleicht ist es mit einem Beispiel einfacher zu greifen:
Alle in einem Raum haben einen Universitätsabschluss, bis auf eine Person, die eine kaufmännische Ausbildung gemacht hat. Manchmal kennt die Person die “richtigen” Fachbegriffe nicht und fühlt sich dann “dumm”. Das führt zu Schamgefühlen, die sie daran hindern, sich inhaltlich an Auseinandersetzungen zu beteiligen. Ihre Meinung und Ansichten werden also nicht gehört/gesehen und sie zieht sich weiter zurück.

Der Klassismus in diesem Beispiel zeichnet sich dadurch aus, dass ein universitärer Abschluss als “höherwertig” gesehen wird, während Ausbildungen geringgeschätzt werden. Darüber hinaus auch darin, dass möglichst viele Fachbegriffe und Fremdwörter zu kennen (oder den Anschein zu erwecken) dazu führt, dass eine Meinung “mehr” gilt als die andere. Anstatt die verwendeten Begriffe zu erklären, wird davon ausgegangen, dass alle in der Gruppe sie bereits kennen würden.

Bin ich willkommen?

Wir wollen diese ersten Austausch-Treffen nutzen, um euren Themen Raum zu geben. Die Termine bauen ein bisschen aufeinander auf, können aber auch unabhängig voneinander besucht werden. Du kannst zu allen kommen, oder zu weniger Terminen. Bring mit, was dich beschäftigt! Möglicherweise können wir daraus ein dauerhaftes Format machen. Die Idee ist entstanden, weil der queere, neurodivergente Stammtisch eine große Gruppe von Menschen anspricht (und ansprechen soll), dabei aber sehr unterschiedliche Personen zusammenkommen, die sehr unterschiedliche Perspektiven mitbringen. Gerade für Klassismus-Betroffene wollten wir deshalb einen eigenen Raum ermöglichen, um sich austauschen zu können.

Wenn du selbst nicht von Klassismus betroffen sein solltest, so sind es wahrscheinlich Personen und Freund*innen in deinem Umfeld. Du kannst gerne kommen und zuhören. Der Raum ist ein Lern- und Austauschraum. Trotzdem priorisieren wir die Perspektiven von betroffenen Personen und wollen denen mehr Platz geben im Gespräch. Wenn du einige der verwendeten Begriffe nicht kennst, haben wir ein Glossar auf der Website.

Dauer

1.5 Stunde(n)

Barrierefreiheit

Themen

  • Empowerment
  • Arbeit und Arbeitsrechte

Ort

online (Link folgt nach Ticketbestellung)

Ziele

Strukturelles Denken und Reflexion, Selbstfürsorge stärken, Perspektivwechsel ermöglichen, Politisches Bewusstsein

Zielgruppe

Betroffene, Familie und Freund*innen, Angehörige

FAQ

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